Info  >>> Print  <<<
 
 

Pflegekräfte aus Rumänien

Offiziell sind nur Haushaltshilfen erlaubt

Die Betreuung von pflegebe dürftigen Angehörigen übersteigt häufig die psychischen und körperlichen Kräfte einer Familie.
Professionelle Hilfe aus Deutschland können sich viele nicht leisten. Oft sind Betreuerinnen aus Osteuropa die einzige bezahlbare
Alternative zum Pflegeheim.

Seit 1. Januar 2005 ist die Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern in deutschen Haushalten erlaubt, wenn
entsprechende Kräfte in Deutschland fehlen. Die örtliche Agentur für Arbeit prüft zunächst, ob eine Bedarfslücke besteht. Dabei
kommen nur Personen ab dem 18. Lebensjahr und mit folgender Staatsangehörigkeit in Frage: Rumänien.

Die Bewerber müssen weder berufliche noch sprachliche Qualifikationen erfüllen. Darüber hinaus dürfen die Osteuropäer nur als
Haushaltshilfen eingestellt werden. Die Tätigkeit ist also auf hauswirtschaftliches Arbeiten begrenzt, so die offizielle Vorgabe der
Bundesagentur für Arbeit. Die Pflege ist ausdrücklich verboten. Doch: Wo endet die Hausarbeit, wo beginnt die Pflege?

Gesetzlich genaue Unterscheidung
Das Sozialgesetzbuch unterscheidet konkret zwischen Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung. Zur Grundpflege gehören
Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Die hauswirtschaftliche Versorgung umfasst Tätigkeiten wie Einkaufen, Kochen und Putzen.
Die ausländischen Haushaltshilfen dürfen "alle Arbeiten verrichten, für die man keine medizinischen Vorkenntnisse braucht", sagt
Klaus Schuldes von der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV).

Körperpflege und Hilfe bei der Ernährung seien in diesem Rahmen durchaus zulässig. Das selbe gelte für die Unterstützung bei der
Mobilität des Patienten, wie zum Beispiel die Hilfe beim Treppensteigen oder beim Aufstehen. Für Tätigkeiten, wie zum Beispiel
Verbandswechsel oder das Verabreichen von Medikamenten, seien hingegen medizinische Vorkenntnisse notwendig. Das dürfe die
Haushaltshilfe nicht, so Schuldes weiter.

Kosten von der Steuer absetzbar
Wer eine Osteuropäerin legal als Haushaltshilfe beschäftigen will, muss ihr den tariflichen Lohn bezahlen. Die Einstiegslöhne für eine Vollzeit-Haushaltshilfe liegen je nach Bundesland zwischen 967 und 1177 Euro im Monat. Hinzu kommen Abgaben zur Sozialversicherung. Kosten für Unterkunft und Verpflegung im Haushalt des Arbeitgebers dürfen monatlich bis maximal 365,37 Euro auf das Bruttoeinkommen angerechnet werden (Ostdeutschland bis 351,60 Euro).

Lebt die Hilfe nicht im Haushalt der Pflegeperson, liegt der Höchstbetrag bei 394,50 Euro (West) und 378,30 Euro (Ost). Haushaltshilfen sind bis zu 624 Euro pro Kalenderjahr steuerlich absetzbar, wenn wegen Krankheit des Steuerpflichtigen oder einer zu seinem Haushalt gehörenden Person hauswirtschaftliche Hilfe nötig ist. Ist die Pflegeperson schwerbehindert oder in die Pflegestufe III eingruppiert, sind 924 Euro pro Jahr absetzbar.

Beschränkte Aufenthaltsdauer
Die Beschäftigung ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Kommen die Haushaltshilfen aus EU-Staaten, können sie nach zwölfmonatiger
ununterbrochener sozialver sicherungspflichtiger Beschäftigung eine unbefristete Arbeitsberechtigung-EU erhalten. Dazu reicht ein
einfacher Antrag bei der örtlichen Bundesagentur für Arbeit. Dann darf die osteuropäische Kraft zeitlich unbegrenzt in Deutschland
arbeiten.
Das gilt nicht für Bulgaren und Rumänen. Sie müssen nach drei Jahren ausreisen. Erst, wenn sie sich so lange im Ausland aufgehalten
haben, wie sie in Deutschland beschäftigt waren, dürfen sie wieder kommen. Es ist möglich, mehrere ausländische Arbeitnehmer für
einen kürzeren Zeitraum hintereinander anzustellen - etwa für drei Monate. Allerdings muss der Arbeitgeber bei jedem Beschäftigungs-
abschnitt einen neuen Antrag bei der Agentur für Arbeit stellen - und der Vermittlungsvorgang beginnt von Neuem.


 
 
Zu den Favoriten hinzufügen
 
Problems, comments, or need additional contact information? Click here.
Copyright ©  2005Ritz Media Service Center. All rights reserved
.
This page was last modified on 26.01.2012